Website-Budget planen: So teilen Sie es sinnvoll auf
Foto: olia danilevich / Pexels
Wer ein Website-Budget planen will, braucht zuerst ein Ziel und dann eine Liste aller Posten. Dieser Beitrag zeigt, wohin das Geld fließt, wo Sparen vertretbar ist und welche Kosten nach dem Start bleiben.
Erst das Ziel, dann die Summe
Viele Budgets entstehen rückwärts. Eine Zahl steht im Raum, und danach wird überlegt, was dafür machbar ist. Besser läuft es umgekehrt: Sie klären zuerst, was die Website leisten soll.
Soll sie Anfragen bringen, Bewerbungen einsammeln, Produkte verkaufen oder vor allem Vertrauen bei Bestandskunden schaffen? Jedes dieser Ziele verschiebt das Geld an eine andere Stelle. Ein Handwerksbetrieb, der Aufträge aus der Region will, braucht klare Leistungsseiten und ein gutes Anfrageformular. Ein Hersteller mit Händlernetz braucht eher eine saubere Produktstruktur und mehrere Sprachen.
Eine typische Fehlverteilung sieht so aus: Fast alles fließt in die Gestaltung, weil man sie sieht. Für Struktur, Texte und Ladezeit bleibt wenig übrig. Genau diese Punkte entscheiden aber, ob ein Besucher anruft oder weiterklickt.
Schreiben Sie das Ziel deshalb in einem Satz auf, bevor Sie das erste Angebot einholen. Zum Beispiel: „Die Website soll pro Monat zehn qualifizierte Anfragen für Badsanierungen im Umkreis von 30 Kilometern bringen.“ Mit so einem Satz kann jeder Anbieter begründen, wofür er welchen Betrag ansetzt. Und Sie können nach einem Jahr prüfen, ob sich die Ausgabe gelohnt hat.
Hilfreich ist auch eine nüchterne Bestandsaufnahme im eigenen Haus. Wer pflegt die Seite später? Gibt es Fotos, ein Logo in guter Qualität, Referenzen mit Freigabe? Alles, was schon vorhanden ist, senkt die Kosten. Alles, was fehlt, gehört als eigener Posten in die Planung.
Die sieben Posten eines Website-Budgets
Ein vollständiges Budget deckt sieben Bereiche ab. Fehlt einer davon im Angebot, fällt er später trotzdem an – nur ungeplant.
- Konzept und Struktur: Zielgruppe, Seitenaufbau, Wege zur Anfrage. Hier fallen die Entscheidungen, die alle weiteren Kosten bestimmen.
- Gestaltung: Entwurf der Seiten für Handy, Tablet und großen Bildschirm.
- Technik und Umsetzung: Aufbau im gewählten System, Formulare, Anbindungen an vorhandene Programme.
- Inhalte: Texte, Fotos, gegebenenfalls Videos und Übersetzungen.
- Grundlagen für Suchmaschinen: saubere Adressen, Seitentitel, Beschreibungen, kurze Ladezeit.
- Tests und Livegang: Prüfung auf echten Geräten, Weiterleitungen alter Adressen, Abnahme.
- Laufender Betrieb: Hosting, Domain, Updates, Sicherungen und kleine Änderungen.
Punkt sieben fehlt in vielen ersten Planungen ganz. Er ist aber der einzige, der jedes Jahr wiederkommt.
Inhalte: der Posten, der Projekte aufhält
„Die Texte liefern wir selbst“ klingt nach Ersparnis. In der Praxis ist es ein häufiger Grund, warum Website-Projekte wochenlang stillstehen. Die Technik ist fertig, aber die Leistungsseite wartet noch auf den Absatz aus dem Vertrieb.
Planen Sie deshalb eine von zwei Varianten ein:
- Selbst schreiben mit Zeitplan: Eine Person im Haus ist verantwortlich und hat feste Termine für jede Seite.
- Texte beauftragen: Ein Teil des Budgets geht an die Texterstellung. Sie liefern Stichpunkte und Fachwissen und geben frei.
Ähnlich ist es bei Bildern. Eigene Fotos von Team, Werkstatt oder Produkten wirken glaubwürdiger als Archivbilder, die auch auf fünf anderen Seiten stehen. Ein halber Tag mit einem Fotografen ist oft gut angelegtes Geld.
Klären Sie außerdem die Nutzungsrechte. Ist im Vertrag nichts ausdrücklich geregelt, richtet sich der Umfang eingeräumter Rechte nach § 31 Abs. 5 UrhG nach dem Vertragszweck. Halten Sie deshalb schriftlich fest, dass Texte, Bilder und Gestaltung für Ihre Website und Ihre Werbung genutzt werden dürfen.
Einmalig und laufend: zwei Töpfe trennen
Die Erstellung ist eine Einmalinvestition. Danach entstehen Kosten, die Sie jedes Jahr einplanen sollten:
- Hosting und Domain: Speicherplatz, Serverbetrieb und Adresse.
- Updates: System, Erweiterungen und Serversoftware brauchen regelmäßig Sicherheitsaktualisierungen.
- Sicherungen: regelmäßige Backups, die im Ernstfall auch zurückgespielt werden können.
- Lizenzen: kostenpflichtige Erweiterungen, Schriften oder Werkzeuge.
- Pflege: neue Referenzen, geänderte Öffnungszeiten, Stellenanzeigen.
Rechnen Sie diese Posten auf ein Jahr hoch und legen Sie die Summe neben das Angebot für die Erstellung. So sehen Sie, was die Website über drei oder fünf Jahre kostet. Wie sich die Betriebskosten zusammensetzen, zeigt der Beitrag Website-Wartung: was der laufende Betrieb kostet.
Auch Pflichten gehören in die Planung. Jede geschäftsmäßige Website braucht ein Impressum nach § 5 DDG. Wer online Verträge mit Verbrauchern schließt, fällt seit dem 28. Juni 2025 meist unter das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. Ausgenommen sind Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten: weniger als zehn Beschäftigte und höchstens 2 Millionen € Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme.
Wo Sparen vertretbar ist und wo nicht
Nicht jeder Posten muss vom ersten Tag an voll ausgebaut sein. Eine Website lässt sich in Stufen erweitern. Entscheidend ist, dass das Fundament stimmt.
| Posten | Sparen? | Begründung |
|---|---|---|
| Animationen und Effekte | Ja | Schön, aber selten entscheidend für eine Anfrage. |
| Funktionen für später | Ja | Shop, Kundenportal oder Buchung können in einer zweiten Stufe folgen. |
| Seitenstruktur | Nein | Eine schwache Struktur lässt sich später nur mit einem Umbau beheben. |
| Ladezeit und Technik | Nein | Langsame Seiten verlieren Besucher, bevor diese Ihr Angebot sehen. |
| Texte der Kernseiten | Nein | Auf Startseite, Leistungen und Kontakt entscheidet sich, ob jemand anfragt. |
| Darstellung auf dem Handy | Nein | Viele Besucher kommen über das Smartphone und entscheiden dort. |
Einen guten Richtwert für die Ladezeit nennt Google selbst: Der größte sichtbare Inhalt sollte nach höchstens 2,5 Sekunden erscheinen. Mehr dazu im Beitrag über die Core Web Vitals.
Website-Budget planen in fünf Schritten
- Ziel festlegen: Was soll die Website in zwölf Monaten erreicht haben? Eine Zahl an Anfragen, Bewerbungen oder Bestellungen hilft.
- Umfang beschreiben: Welche Seiten braucht es, welche Funktionen sind Pflicht, welche können warten?
- Inhalte klären: Wer schreibt, wer fotografiert, bis wann?
- Angebote vergleichbar machen: Prüfen Sie, ob alle sieben Posten enthalten sind. Ein Festpreis mit beschriebenem Umfang ist leichter zu planen als eine Stundenschätzung.
- Betrieb einrechnen: Laufende Kosten für mindestens drei Jahre neben die Erstellung stellen.
Achten Sie auch auf die Abnahme. Ein Vertrag über die Erstellung einer Website ist in der Regel ein Werkvertrag. Mit der Abnahme nach § 640 BGB bestätigen Sie, dass das Ergebnis vertragsgemäß ist. Legen Sie deshalb vorher fest, woran Sie das messen: Seitenzahl, Funktionen, Ladezeit, Darstellung auf dem Handy.
Zur Einordnung unserer eigenen Preise: Bei STRUCTON beginnt das Paket Basis bei 549 € netto für bis zu drei Seiten. Advanced beginnt bei 990 € netto mit bis zu sieben Seiten und bis zu drei Sprachen, Enterprise bei 1.490 € netto mit Anbindung an Ihre Systeme. Den Überblick über die Pakete finden Sie auf der Webdesign-Seite. Den Festpreis bestätigen wir nach dem Erstgespräch, wenn der Umfang feststeht.
Häufige Fragen
Wie viel Budget sollte ich für eine Firmenwebsite einplanen?
Das hängt vom Ziel und vom Umfang ab. Planen Sie zwei Beträge getrennt: einen einmaligen für Konzept, Gestaltung, Technik und Inhalte und einen jährlichen für Hosting, Domain, Updates und Pflege. Vergleichen Sie Angebote über mindestens drei Jahre. Bei STRUCTON beginnt ein Auftritt mit bis zu drei Seiten bei 549 € netto, der Festpreis wird nach dem Erstgespräch bestätigt.
Welche laufenden Kosten hat eine Website nach dem Start?
Nach dem Livegang fallen jedes Jahr Kosten für Hosting und Domain an. Dazu kommen Updates für System und Erweiterungen, Sicherungen, gegebenenfalls Lizenzen für Schriften oder Werkzeuge und die Pflege der Inhalte. Wie hoch die Summe ist, hängt vor allem vom System und vom Betreuungsumfang ab. Lassen Sie sich alle Posten schriftlich aufschlüsseln und fragen Sie, was im Hosting bereits enthalten ist.
Sollte ich die Texte für meine Website selbst schreiben?
Das kann gut funktionieren, wenn eine Person im Unternehmen verantwortlich ist und für jede Seite einen festen Termin hat. Ohne Zeitplan sind selbst gelieferte Texte ein häufiger Grund für verzögerte Projekte. Bewährt hat sich eine Mischform: Sie liefern Stichpunkte und Fachwissen, ein Texter formuliert daraus lesbare Seiten, und Sie geben das Ergebnis frei.
Muss meine Firmenwebsite barrierefrei sein?
Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. Es betrifft vor allem Websites, über die Verbraucher online Verträge schließen, etwa Shops oder Buchungsstrecken. Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten, sind ausgenommen, also Betriebe mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens 2 Millionen € Jahresumsatz oder Bilanzsumme. Eine reine Informationsseite ohne Vertragsschluss fällt in der Regel nicht darunter.
Wem gehört die Website, wenn eine Agentur sie gebaut hat?
Das regelt der Vertrag. Texte, Bilder und Gestaltung können urheberrechtlich geschützt sein, Sie erhalten daran Nutzungsrechte. Ist deren Umfang nicht ausdrücklich beschrieben, richtet er sich nach § 31 Abs. 5 UrhG nach dem Vertragszweck. Lassen Sie deshalb festhalten, dass Sie alle Zugänge, die Dateien und die Rechte für Website und Werbung erhalten.
Quellen: § 5 DDG (Impressum), § 2 BFSG (Begriffe, Kleinstunternehmen), § 3 BFSG (Ausnahme für Kleinstunternehmen), § 38 BFSG (Anwendung ab 28.06.2025), § 31 UrhG (Nutzungsrechte), § 640 BGB (Abnahme), web.dev: Largest Contentful Paint
Redaktion: Dieser Beitrag wird vor der Veröffentlichung geprüft und freigegeben. Redaktionell verantwortlich ist Niklas Lorey (§ 18 Abs. 2 MStV, Anschrift im Impressum). Wo wir beim Entwurf KI-Werkzeuge einsetzen, ändert das nichts an dieser Verantwortung. Der Beitrag ist eine Einordnung nach bestem Wissen und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.
Websites zum Festpreis
Was eine Website kostet, steht bei uns nach dem Erstgespräch fest – mit Liefertermin im Vertrag.
Sprechen wir über Ihr Projekt.
30 Minuten, eine belastbare Einschätzung, ein Festpreis-Rahmen – kostenlos und unverbindlich.


