Core Web Vitals 2026: Was LCP, INP und CLS messen

·5 Min. Lesezeit·STRUCTON Redaktion

Frau hält ihr Smartphone in der Hand und wartet an einem Bahnsteig

Foto: Liliana Drew / Pexels

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Die Core Web Vitals sind drei Messwerte von Google für Ladezeit, Reaktion und Stabilität einer Seite. Hier stehen die aktuellen Schwellen, der Weg zu belastbaren Messungen und die Stellschrauben, die am meisten bewirken.

Was sind die Core Web Vitals?

Die Core Web Vitals sind drei Werte, mit denen Google die Nutzererfahrung auf einer Seite beschreibt. Sie messen nicht, wie schnell ein Server in der Theorie ist, sondern wie sich die Seite für echte Besucher anfühlt: Wann sehe ich etwas? Reagiert die Seite, wenn ich tippe? Springt der Inhalt beim Laden?

WertWas er misstGut ist
LCP (Largest Contentful Paint)Wann der größte sichtbare Inhalt erscheinthöchstens 2,5 Sekunden
INP (Interaction to Next Paint)Wie schnell die Seite auf Klicks, Tippen und Tasten reagierthöchstens 200 Millisekunden
CLS (Cumulative Layout Shift)Wie stark sich das Layout unerwartet verschiebthöchstens 0,1

Als schlecht gelten ein LCP über 4 Sekunden, ein INP über 500 Millisekunden und ein CLS über 0,25. Dazwischen liegt der Bereich „Optimierung erforderlich“.

Gemessen wird am 75. Perzentil aller Seitenaufrufe, getrennt nach Handy und Desktop. Drei von vier Besuchen müssen den Zielwert also erreichen. Eine Seite besteht die Prüfung nur, wenn alle drei Werte im grünen Bereich liegen.

Wer ältere Artikel liest, stößt noch auf den Wert FID. Er ist seit dem 12. März 2024 kein Teil der Core Web Vitals mehr. An seine Stelle ist INP getreten, der nicht nur die erste, sondern alle Interaktionen eines Besuchs berücksichtigt.

Richtig messen: Felddaten und Labordaten

Viele Missverständnisse entstehen, weil zwei Arten von Messungen durcheinandergehen.

  • Felddaten stammen von echten Besuchern mit Chrome, gesammelt im Chrome User Experience Report. PageSpeed Insights zeigt dafür die Werte der vergangenen 28 Tage. Nur diese Daten entscheiden, ob eine Seite die Core Web Vitals besteht.
  • Labordaten entstehen in einer Simulation mit Lighthouse: ein Gerät, eine feste Verbindung. Sie sind ideal, um Ursachen zu finden und Änderungen sofort zu prüfen, bilden aber nicht die Vielfalt echter Geräte und Netze ab.

Deshalb können beide Werte voneinander abweichen, ohne dass einer falsch ist. Der Bericht Core Web Vitals in der Google Search Console arbeitet mit Felddaten. Er fasst ähnliche Seiten zu Gruppen zusammen, und eine Gruppe bekommt immer den Status ihres schlechtesten Werts. Haben Sie ein Problem behoben, können Sie die Korrektur dort bestätigen lassen. Die Search Console beobachtet dann 28 Tage lang, ob der Fehler noch auftritt.

Kleine Websites haben oft zu wenige Besuche für eigene Felddaten je Seite. Dann zeigen die Werkzeuge Daten für die ganze Domain oder gar keine. In diesem Fall helfen Labormessungen und eigene Tests auf einem durchschnittlichen Handy.

Welche Rolle die Werte für Google spielen

Google empfiehlt gute Core Web Vitals ausdrücklich. Sie entsprechen nach Google dem, was die Ranking-Systeme belohnen wollen, zusammen mit weiteren Aspekten der Nutzererfahrung. Eine Garantie für vordere Plätze sind sie nicht. Relevante, hilfreiche Inhalte bleiben wichtiger.

Der größere Effekt liegt oft beim Besucher selbst. Wer auf dem Handy mehrere Sekunden auf einen weißen Bildschirm schaut, springt eher ab, bevor er Ihr Angebot überhaupt sieht. Wer auf einen Knopf tippt und nichts passiert, tippt ein zweites Mal oder geht. Gute Werte sind deshalb vor allem eine Frage der Anfragen, erst danach eine Frage des Rankings.

LCP verbessern: schneller sichtbar

Der größte sichtbare Inhalt ist meistens ein großes Bild oben auf der Seite oder ein Textblock. Die wirksamsten Stellschrauben:

  • Bild richtig ausliefern: moderne Formate wie WebP oder AVIF, passende Größe für jedes Gerät, keine Bilder in Druckauflösung.
  • Nicht verzögern: Das Hauptbild oben auf der Seite darf nicht per „lazy loading“ nachgeladen werden. Es gehört früh in die Warteschlange des Browsers.
  • Schnelle Serverantwort: Caching und ein Hosting mit kurzen Antwortzeiten helfen allen Werten.
  • Schriften im Griff: Schriften vom eigenen Server laden und nur die Schnitte einbinden, die wirklich gebraucht werden.
  • Blockierendes entfernen: Große CSS- und Skriptdateien, die vor dem ersten Bild geladen werden müssen, verzögern alles.

Ein häufiger Bremsklotz ist der Bilderwechsler ganz oben auf der Startseite. Er lädt mehrere große Bilder und ein Skript, bevor der Besucher das erste Motiv sieht. Ein einzelnes, gut komprimiertes Bild mit klarer Aussage ist in der Regel schneller und wird oft auch besser verstanden.

Prüfen Sie außerdem die mobile Ansicht getrennt. Viele Seiten sind auf dem Desktop im grünen Bereich und auf dem Handy nicht, weil dort schwächere Prozessoren und langsamere Verbindungen zusammenkommen. Da Google Handy und Desktop getrennt bewertet, lohnt es sich, die mobile Fassung zuerst zu verbessern.

INP und CLS verbessern: reaktionsschnell und ruhig

INP bewertet Klicks, Tippen und Tastatureingaben. Scrollen und das Überfahren mit der Maus zählen nicht. Schlechte Werte entstehen meist durch zu viel JavaScript, das den Browser blockiert.

  • Skripte von Drittanbietern kritisch prüfen: Chat-Fenster, Tracking, Einbettungen.
  • Lange Rechenaufgaben aufteilen, damit der Browser zwischendurch reagieren kann.
  • Nach einem Klick zuerst sichtbares Feedback geben, dann den Rest erledigen.

CLS misst unerwartete Verschiebungen. Typische Ursachen sind Bilder und Videos ohne feste Maße, nachträglich eingeblendete Elemente über bestehendem Inhalt, Schriften, die beim Nachladen anders laufen als die Ersatzschrift, sowie Werbung oder Widgets, die ihre Größe ändern.

  • Für Bilder, Videos und Einbettungen Breite und Höhe angeben oder Platz reservieren.
  • Banner und Hinweise nicht über bereits sichtbaren Inhalt schieben.
  • Animationen über CSS-Transformationen umsetzen. Sie verschieben das Layout nicht.

So gehen Sie bei Ihrer Website vor

  1. In der Search Console den Bericht Core Web Vitals öffnen und die schlechtesten Seitengruppen notieren.
  2. Je Gruppe eine typische Seite in PageSpeed Insights prüfen und die Hinweise der Labormessung lesen.
  3. Mit dem größten Hebel beginnen, meist dem Hauptbild oder überflüssigen Skripten.
  4. Nach der Änderung die Korrektur in der Search Console bestätigen und die 28 Tage abwarten.

Arbeiten Sie dabei in kleinen Schritten und ändern Sie nicht alles auf einmal. Nur so sehen Sie, welche Maßnahme welchen Wert verbessert hat. Und prüfen Sie nach jedem neuen Werkzeug, das auf der Seite eingebunden wird, ob die Werte stabil bleiben. Ein einziges zusätzliches Skript kann eine gute Seite wieder in den gelben Bereich schieben.

Einfacher ist es, wenn die Werte von Anfang an mitgedacht werden: schlanker Code, wenige fremde Skripte, Schriften vom eigenen Server und Bilder in passender Größe. So bauen wir, wenn wir eine Website erstellen. Zur Übergabe gehört ein Performance-Bericht.

Häufige Fragen

Was sind die Core Web Vitals?

Die Core Web Vitals sind drei Messwerte von Google für die Nutzererfahrung einer Seite. LCP misst, wann der größte Inhalt sichtbar ist, gut sind höchstens 2,5 Sekunden. INP misst die Reaktion auf Klicks und Eingaben, gut sind höchstens 200 Millisekunden. CLS misst Layout-Verschiebungen, gut ist ein Wert bis 0,1. Bewertet wird am 75. Perzentil echter Seitenaufrufe.

Was ist mit dem Wert FID passiert?

FID, die Verzögerung bei der ersten Eingabe, wurde am 12. März 2024 durch INP ersetzt und gehört seitdem nicht mehr zu den Core Web Vitals. FID hat nur die erste Interaktion eines Besuchs und nur die Wartezeit bis zur Verarbeitung gemessen. INP berücksichtigt alle Klicks, Tipp- und Tastatureingaben und misst die Zeit bis zur nächsten sichtbaren Reaktion der Seite.

Sind die Core Web Vitals ein Rankingfaktor bei Google?

Sie fließen ein, aber nicht als alleiniger Hebel. Google schreibt, dass gute Core Web Vitals zusammen mit weiteren Aspekten der Nutzererfahrung dem entsprechen, was die Ranking-Systeme belohnen wollen. Eine Garantie für vordere Plätze sind sie nicht, relevante und hilfreiche Inhalte bleiben wichtiger. Der größere Nutzen liegt oft darin, dass weniger Besucher abspringen, bevor sie Ihr Angebot sehen.

Warum zeigt PageSpeed Insights andere Werte als die Search Console?

PageSpeed Insights zeigt zwei Arten von Daten. Die Felddaten stammen von echten Chrome-Nutzern der vergangenen 28 Tage, die Labordaten aus einer Simulation mit einem Gerät und einer festen Verbindung. Die Search Console nutzt Felddaten und fasst ähnliche Seiten zu Gruppen zusammen. Abweichungen sind deshalb normal. Für die Bewertung zählen die Felddaten, für die Fehlersuche die Labordaten.

Warum gibt es für meine Website keine Core-Web-Vitals-Daten?

Felddaten stammen aus dem Chrome User Experience Report und werden nur angezeigt, wenn genug echte Besuche vorliegen. Bei kleineren Websites reicht das oft nicht für einzelne Seiten, manchmal auch nicht für die ganze Domain. Dann helfen Labormessungen in PageSpeed Insights oder Lighthouse und eigene Tests auf einem durchschnittlichen Handy mit mobiler Verbindung, um Schwachstellen zu finden.

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Quellen: web.dev: Web Vitals, web.dev: Largest Contentful Paint, web.dev: Interaction to Next Paint, web.dev: Cumulative Layout Shift, web.dev: INP ist offiziell ein Core Web Vital, Google Search Central: Core Web Vitals und Google Suche, PageSpeed Insights: Feld- und Labordaten, Search Console: Bericht Core Web Vitals

Redaktion: Dieser Beitrag wird vor der Veröffentlichung geprüft und freigegeben. Redaktionell verantwortlich ist Niklas Lorey (§ 18 Abs. 2 MStV, Anschrift im Impressum). Wo wir beim Entwurf KI-Werkzeuge einsetzen, ändert das nichts an dieser Verantwortung. Der Beitrag ist eine Einordnung nach bestem Wissen und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.

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