Website-Relaunch ohne Ranking-Verlust: Die 4-Phasen-Checkliste.

·7 Min. Lesezeit·STRUCTON Redaktion

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Der häufigste Relaunch-Schaden ist unsichtbar: Die neue Website sieht besser aus — aber die Google-Anfragen brechen ein, weil alte Adressen ins Leere laufen. Diese Checkliste zeigt den Prozess, der das verhindert. Es ist derselbe, mit dem wir beim Website-Relaunch für unsere Kunden arbeiten.

Warum Rankings beim Relaunch sterben

Google rankt keine Websites, sondern einzelne URLs. Jede Adresse Ihrer alten Website hat über Jahre Vertrauen aufgebaut: Verlinkungen, Nutzersignale, thematische Einordnung. Ändert der Relaunch die Adressen — und das tut er fast immer — ist dieses Vertrauen an URLs gebunden, die es nicht mehr gibt. Ohne Weiterleitung antwortet der Server mit „404 — nicht gefunden“, und Google beginnt, die Seite aus dem Index zu entfernen.

Die gute Nachricht: Das Problem ist vollständig vermeidbar. Es braucht keinen SEO-Zauber, sondern Sorgfalt in vier Phasen.

Phase 1: Bestandsaufnahme — wissen, was Sie haben

  • URL-Inventar: Liste aller bestehenden Adressen — aus Sitemap, Crawl und Google Search Console. Die Search Console zeigt auch die URLs, die Sie selbst vergessen haben.
  • Leistungsdaten je URL: Welche Seiten bringen Impressionen, Klicks, Rankings? Welche haben externe Verlinkungen?
  • Content-Triage: Jede Seite bekommt eine von drei Entscheidungen — behalten und verbessern, zusammenlegen oder entfernen mit Weiterleitung. Nichts verschwindet undokumentiert.

Phase 2: Das 301-Mapping — jede Adresse bekommt ein Ziel

Das Herzstück. Eine 301-Weiterleitung sagt Google: „Dieser Inhalt ist dauerhaft umgezogen“ — und vererbt das aufgebaute Vertrauen an die neue Adresse. Das Mapping ist eine simple Tabelle:

Alte URLNeues Ziel
/leistungen.html/leistungen/webdesign.html
/ueber-uns/team.html/ueber-uns.html
/news/messe-2019.html/wissen/ (thematisch nächstes Ziel)

Zwei Regeln dazu: Immer auf das thematisch nächstliegende Ziel weiterleiten — nicht pauschal auf die Startseite, das wertet Google wie gelöschte Seiten („Soft 404“). Und Weiterleitungsketten vermeiden: alt → neu in einem Schritt.

Phase 3: Go-Live mit Netz

  • Neue Website auf einer Staging-Umgebung fertigstellen und vollständig prüfen: interne Links, Meta-Daten, strukturierte Daten, Ladezeiten (Richtwert: Largest Contentful Paint unter 2,5 Sekunden nach den Core-Web-Vitals-Schwellen, Quelle: web.dev/Google).
  • Alle Weiterleitungen vor der Umschaltung testen — nicht danach.
  • Umschaltung zu traffic-armer Zeit; XML-Sitemap aktualisieren und in der Search Console einreichen.

Phase 4: 14 Tage Monitoring — hinschauen, wenn es zählt

Nach dem Go-Live entscheidet sich, ob alles gehalten hat. Zwei Wochen lang regelmäßig prüfen:

  • Search Console → Indexierung: Tauchen 404-Fehler auf? Jede Lücke sofort per Weiterleitung schließen.
  • Rankings der wichtigsten Begriffe: Kurzes Schwanken ist normal; anhaltender Abfall einzelner Seiten ist ein Signal, dort nachzuarbeiten.
  • Crawling-Statistiken: Google sollte die neue Struktur zügig erfassen — tut es das nicht, stimmt meist etwas mit interner Verlinkung oder Sitemap nicht.
„Ein Relaunch ist erst fertig, wenn die Search Console zwei Wochen lang Ruhe gibt — nicht, wenn die neue Seite online ist.“Niklas Lorey, Mitgründer STRUCTON (Web Design & Shop-Bau)

Die fünf häufigsten Relaunch-Fehler

  • Pauschal-Weiterleitung auf die Startseite — Google behandelt das wie gelöschte Seiten.
  • Gut rankende Inhalte „aufgeräumt“ — gelöscht wird nach Geschmack statt nach Daten.
  • Staging-Seite im Index — die Testumgebung war nicht gesperrt und konkurriert plötzlich mit der echten Website.
  • Relaunch und Domainwechsel gleichzeitig — zwei Großbaustellen, deren Effekte sich nicht mehr trennen lassen.
  • Niemand schaut nach dem Go-Live hin — Fehler, die in Woche 1 günstig zu beheben wären, kosten in Monat 3 Rankings.

Übrigens: Was ein Relaunch kosten darf und woran Sie seriöse Angebote erkennen, steht im Leitfaden „Was kostet eine Website?“.

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Quellen und Richtwerte: Core-Web-Vitals-Schwellen nach web.dev (Google); Prozessempfehlungen u. a. nach Google Search Central (Site-Umzüge) und gängiger SEO-Migrationspraxis (Ahrefs, Search Engine Land). Stand Juni 2026.

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