Website-Relaunch ohne Ranking-Verlust: Die 4-Phasen-Checkliste.
Der häufigste Relaunch-Schaden ist unsichtbar: Die neue Website sieht besser aus — aber die Google-Anfragen brechen ein, weil alte Adressen ins Leere laufen. Diese Checkliste zeigt den Prozess, der das verhindert. Es ist derselbe, mit dem wir beim Website-Relaunch für unsere Kunden arbeiten.
Warum Rankings beim Relaunch sterben
Google rankt keine Websites, sondern einzelne URLs. Jede Adresse Ihrer alten Website hat über Jahre Vertrauen aufgebaut: Verlinkungen, Nutzersignale, thematische Einordnung. Ändert der Relaunch die Adressen — und das tut er fast immer — ist dieses Vertrauen an URLs gebunden, die es nicht mehr gibt. Ohne Weiterleitung antwortet der Server mit „404 — nicht gefunden“, und Google beginnt, die Seite aus dem Index zu entfernen.
Die gute Nachricht: Das Problem ist vollständig vermeidbar. Es braucht keinen SEO-Zauber, sondern Sorgfalt in vier Phasen.
Phase 1: Bestandsaufnahme — wissen, was Sie haben
- URL-Inventar: Liste aller bestehenden Adressen — aus Sitemap, Crawl und Google Search Console. Die Search Console zeigt auch die URLs, die Sie selbst vergessen haben.
- Leistungsdaten je URL: Welche Seiten bringen Impressionen, Klicks, Rankings? Welche haben externe Verlinkungen?
- Content-Triage: Jede Seite bekommt eine von drei Entscheidungen — behalten und verbessern, zusammenlegen oder entfernen mit Weiterleitung. Nichts verschwindet undokumentiert.
Phase 2: Das 301-Mapping — jede Adresse bekommt ein Ziel
Das Herzstück. Eine 301-Weiterleitung sagt Google: „Dieser Inhalt ist dauerhaft umgezogen“ — und vererbt das aufgebaute Vertrauen an die neue Adresse. Das Mapping ist eine simple Tabelle:
| Alte URL | Neues Ziel |
|---|---|
| /leistungen.html | /leistungen/webdesign.html |
| /ueber-uns/team.html | /ueber-uns.html |
| /news/messe-2019.html | /wissen/ (thematisch nächstes Ziel) |
Zwei Regeln dazu: Immer auf das thematisch nächstliegende Ziel weiterleiten — nicht pauschal auf die Startseite, das wertet Google wie gelöschte Seiten („Soft 404“). Und Weiterleitungsketten vermeiden: alt → neu in einem Schritt.
Phase 3: Go-Live mit Netz
- Neue Website auf einer Staging-Umgebung fertigstellen und vollständig prüfen: interne Links, Meta-Daten, strukturierte Daten, Ladezeiten (Richtwert: Largest Contentful Paint unter 2,5 Sekunden nach den Core-Web-Vitals-Schwellen, Quelle: web.dev/Google).
- Alle Weiterleitungen vor der Umschaltung testen — nicht danach.
- Umschaltung zu traffic-armer Zeit; XML-Sitemap aktualisieren und in der Search Console einreichen.
Phase 4: 14 Tage Monitoring — hinschauen, wenn es zählt
Nach dem Go-Live entscheidet sich, ob alles gehalten hat. Zwei Wochen lang regelmäßig prüfen:
- Search Console → Indexierung: Tauchen 404-Fehler auf? Jede Lücke sofort per Weiterleitung schließen.
- Rankings der wichtigsten Begriffe: Kurzes Schwanken ist normal; anhaltender Abfall einzelner Seiten ist ein Signal, dort nachzuarbeiten.
- Crawling-Statistiken: Google sollte die neue Struktur zügig erfassen — tut es das nicht, stimmt meist etwas mit interner Verlinkung oder Sitemap nicht.
Die fünf häufigsten Relaunch-Fehler
- Pauschal-Weiterleitung auf die Startseite — Google behandelt das wie gelöschte Seiten.
- Gut rankende Inhalte „aufgeräumt“ — gelöscht wird nach Geschmack statt nach Daten.
- Staging-Seite im Index — die Testumgebung war nicht gesperrt und konkurriert plötzlich mit der echten Website.
- Relaunch und Domainwechsel gleichzeitig — zwei Großbaustellen, deren Effekte sich nicht mehr trennen lassen.
- Niemand schaut nach dem Go-Live hin — Fehler, die in Woche 1 günstig zu beheben wären, kosten in Monat 3 Rankings.
Übrigens: Was ein Relaunch kosten darf und woran Sie seriöse Angebote erkennen, steht im Leitfaden „Was kostet eine Website?“.
Quellen und Richtwerte: Core-Web-Vitals-Schwellen nach web.dev (Google); Prozessempfehlungen u. a. nach Google Search Central (Site-Umzüge) und gängiger SEO-Migrationspraxis (Ahrefs, Search Engine Land). Stand Juni 2026.
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